Petition gegen Jugendordnung
Lutz Kalmus, 13.08.2026
Petition gegen die Jugendordnung des FSA: openpetition.de
Wir, der SSV 90 Landsberg, fordern den Fußballverband Sachsen-Anhalt auf, die zum 01.07.26 eingeführten Neuerungen, insbesondere § 10 Ziffeer 4 Anstrich a) der aktuellen Jugendspielordnung zu überarbeiten bzw. zurück zu nehmen.
Nach derzeitiger, neuer Regelung erhalten 17-jährige Jugendliche nach einem Vereinswechsel kein vorzeitiges Spielrecht im Herrenbereich, da nicht alle geforderten Grundvorausetzungen für die Antragstellung erfüllt werden können.
Dies betrifft insbesondere den seit 01.07.2026 neu aufgenommen Passus unter Anstrich a) die Notwendigkeit eines bestehenden 12-monatigen Spielrechts für den Spieler im antragstellenden Verein oder der Nachweis dass der Spieler 12 Monate kein Spielrecht für einen anderen Verein hatte. Diese ist für aktive Jugendliche im genannten Alter ein Ausschlusskriterium gleiches bei einem gewünschten oder notwendigen Vereinswechsel.
Erschwerend kommt die noch vor der offiziellen Einführung der Änderung aufgemachten Ausnahmeregelung hinzu, wonach nunmehr noch im Umkreis von 10 km, Landkreisübergreifend Altersgerechte Spielmöglichkeiten gesucht werden müssen.
Erfüllen sie diese Voraussetzungen nicht, müssen sie bis zu ihrem 18. Geburtstag warten oder werden gegen Ihre freie Entscheidung gezwungen, in einem anderen Verein Fussball zu spielen.
Diese Regelung benachteiligt junge Menschen in der Ausübung Ihres Hobbys und Ihrer eigenen freien Entscheidungsgewalt erheblich und widerspricht aus unserer Sicht dem eigentlichen Ziel des Fußballs: Jugendlichen die aktive Teilnahme am Sport zu ermöglichen und in Zeiten des demografischen Wandels auch Vereine im ländlichen Raum zu unterstützen.
Nicht ohne Grund findest sich die unterste Spielklasse der A-Junioren in der Landesliga wieder.
Unsere Kritikpunkte
1. Ausschluss statt Förderung
Jugendliche sollen Fußball spielen können und nicht aufgrund bürokratischer Regelungen monatelang zum Zuschauen gezwungen werden.
Der Spielort bzw. die Vereinszugehörigkeit sollte eine freie Willensentscheidung sein.
Wer trainiert und sich sportlich engagiert, sollte sich auch im sportlichen Wettbewerb messen und gerade auch mit Älteren seine soziale Kompetenzen stärken können.
Nimmt man den Heranwachsenden die Wettkampfmöglichkeit durch auferlegte Regularien schwindet die Freude und die Lust auf den Sport schnell.
2. Soziale Benachteiligung
Vereinswechsel entstehen häufig durch Umzüge, schulische Veränderungen, Ausbildungsbeginn, Freundeskreise oder fehlende Mannschaften im bisherigen Verein. Gerade 17-Jährige haben darauf oftmals keinen Einfluss. Eine Bestrafung durch Spielsperren ist daher nicht gerechtfertigt. Mit der Umkreisregelung kommen viele 17-jährige männliche Jugendliche auch an Ihre Grenzen der Mobilität. Gerade im ländlichen Raum sind diese Forderungen mit öffentlichen Verkehrsmittel nicht umsetzbar und setzt nicht zumutbare Grundlagen voraus.
3. Risiko des Ausstiegs aus dem Sport
Wenn 17-jährige Spieler bis zu ihrem 18. Geburtstag nicht spielen dürfen, besteht die Gefahr, dass sie den Fußball ganz aufgeben. Gerade in einer Zeit, in der viele Vereine um Nachwuchs kämpfen, sollte jede Regelung die Teilnahme fördern und nicht verhindern.
4. Ungleichbehandlung
Fraglich ist, warum diese Mehrforderung an Nachweisen nur bei männlichen A-Juniorenspielern aufgemacht wird. Ungeachtet dessen, das B-Juniorinnen ab dem 16. Lebensjahr ohne weitere Nachweise für den Frauenbereich spielberechtigt sind, unterliegt die Möglichkeit eines vorzeitigen Spielrechtes ab dem 15.Lebensjahr weniger Auflagen.
Es ist nicht nachvollziehbar, warum ein Spieler trotz Trainingsberechtigung nicht aktiv am Spielbetrieb teilnehmen darf, obwohl keine sportlichen oder disziplinarischen Gründe dagegen sprechen.
5. Spielermangel verschärft sich
Viele Vereine gerade im ländlichen Raum haben auf Grund des demografischen Wandels immer mehr haben Schwierigkeiten, ausreichend Spieler in entsprechenden Altersklassen zu finden. Der Alterschnitt der aktiven Mannschaften ist in den letzten Jahren deutlich nach oben gegangen.
Die aktuelle Regelung erschwert die Aufnahme und Integration spielbereiten, spielwilligen und aktiven A-Junioren und nimmt Ihnen die Lust am Fußball die Bildung von leistungsfähigen Mannschaften wird erschwert schwächt den Fußball insgesamt.
Unsere Forderungen
Wir fordern den Fußballverband Sachsen-Anhalt auf, die bestehende Regelung für 17-jährige Spieler nach Vereinswechseln zu überprüfen und zur alten Regelung zurück zu kehren.
Wartefristen vollständig abzuschaffen,
das Spielrecht grundsätzlich am Wohl und des Willen der Jugendlichen auszurichten,
Vereinen und Spielern unbürokratische Härtefallregelungen zu ermöglichen,
sicherzustellen, dass kein Jugendlicher allein aufgrund bürokratischer Hürden und Auflagen vom aktiven Fußballspielen ausgeschlossen wird.
Schlusswort
Der Fußball und sein Vereinsleben leben von Freude, Entwicklung und Teilhabe. Kein Jugendlicher sollte wegen komplizierter Wechselbestimmungen monatelang ohne Spielrecht bleiben. Wir fordern eine faire, zeitgemäße Lösung, die den Sport, die Gemeinschaft und das Miteinander in den Mittelpunkt stellt. Somit ist auch eine weitere soziale Weiterentwicklung von Heranwachsenden und Jugendlichen gegeben.
Für Fairness, Chancengleichheit und die Aufrechterhaltung des Fußballs auch im ländlichen Raum und somit im Fußballverband Sachsen-Anhalt.
