SSV 90 Landsberg - Abteilung Fußball

MZ Halle/SK-08.11.2011: In Unterzahl das Spiel gedreht

Clemens Darmochwal, 08.11.2011

MZ Halle/SK-08.11.2011: In Unterzahl das Spiel gedreht

Halle (Saale)/MZ. "Hört denn das überhaupt nicht auf", seufzte Maik Ritschel, der Trainer der Landesliga-Fußballer des SSV Landsberg. In der 73. Minute der Partie gegen Rot-Weiß Alsleben sah sein Spieler Kevin Halfpap nach einem Foulspiel die Gelb-Rote Karte und zu allem Überfluss nutzte Alslebens Stefan Schmidt den fälligen Freistoß auch noch zum 2:1 für die Rot-Weißen.

Da waren sie wieder vor Ritschels Augen: die Bilder von den letzten Heimauftritten. Erst ein Mal hatten die Landsberger in dieser Saison auf eigenem Platz gewonnen. Und das war gleich zum Start beim 1:0 gegen Farnstädt. Danach setzte es drei Niederlagen - und die vierte schien auch nur noch eine Frage der Zeit. Doch dieses Mal lief alles anders. Die Landsberger kamen in Unterzahl zurück. Erst schoss Christoph Winterfeld einen indirekten Freistoß in die Maschen (83.). Und vier Minuten später köpfte er den Siegtreffer. Der freie Mann in der Dreier-Abwehr der Landsberger ist mit vier Treffern nun der beste Torschütze des Teams. "Ich muss den Hut vor ihm ziehen. Christoph war fast zwei Jahre verletzt. Er ist erst in dieser Saison zurückgekommen und nun schon so wichtig für uns", sagte Ritschel .Durch diesen 3:2-Erfolg und den vorherigen Auswärtssieg bei Dessau 05 (1:0) haben die Landsberger nach zehn Spieltagen bereits 15 Punkte auf ihrem Konto - so viele wie in der letzten Saison erst nach 15 Partien zur Winterpause. "Unser Ziel sind die berühmten 20 Punkte zur Halbserie. Dann können wir in aller Ruhe Weihnachten feiern", erklärt der SSV-Trainer.

Das wird dann allerdings ohne Kapitän Christoph Hintze sein. Der Sportstudent streift noch für die nächsten beiden Partien der Landsberger beim Spitzenreiter Eintracht Bitterfeld und gegen Eintracht Elster das SSV-Trikot über, dann sticht er in See und absolviert auf dem Klubschiff Aida ein sechsmonatiges Praktikum. "Das ist das Los in den unteren Klassen. Die Arbeit geht vor", sagt Ritschel. Fast jede Woche muss er sein Team auf zwei, drei Positionen verändern, weil die Spieler beruflich verhindert sind. Doch dieses Schicksal teilen die Landsberger mit den meisten Teams in ihrer Liga. Aber das Problem ist durchaus ernst zu nehmen, denn: "Wir hatten auch schon den Fall, dass ein Spieler ganz aufhören musste, weil ihm der Arbeitgeber nach zwei Sportverletzungen und krankheitsbedingten Ausfällen mit Kündigung gedroht hat", so Ritschel.

Nietleben nutzt Chancen nicht

Die Spieler von Askania Nietleben bissen sich beim 0:0 gegen den SV Dessau 05 an der mit nur zehn Gegentreffern bislang zweitbesten Abwehr der Liga förmlich die Zähne aus. Und wenn die Schüsse von Nabil Daouri (4.), Marcus Jähne (5.) oder Sebastian Schnerr (10.) einmal durchkamen, dann standen entweder die Latte oder Dessaus Torwart Sascha Broziewski im Weg. Die Gäste waren zunächst nur bei Standards gefährlich. Aber auch die Freistöße von Stefan Heisig (29.) und Stephan Schulze verfehlten knapp das Tor (41.). Die beste Chance im zweiten Abschnitt hatte der Dessauer Volker Nickels , doch Askania-Schlussmann Maik Jänicke war um Sekundenbruchteile schneller am Ball (68.).

Genau wie die Landsberger feierte auch der FSV Bennstedt den zweiten Sieg in Folge. Die Männer von Trainer Silvio Uhlmann gewannen bei Rot-Weiß Thalheim mit 2:0. Ex-Profi Adulphus Ofodile (40.), der schon zuletzt beim 3:2-Erfolg gegen den FSV Hettstedt den Siegtreffer erzielt hatte, und Robert Eiser (69.) schossen die Tore für die Saalekreis-Elf.


Quelle:MZ-web.de