SSV 90 Landsberg - Abteilung Fußball

MZ Halle/SK-20.03.2012: Rührende Szenen nach dem Siegtor

Clemens Darmochwal, 21.03.2012

MZ Halle/SK-20.03.2012: Rührende Szenen nach dem Siegtor

Gerry Dietrich (r) schoss das 2:0 für Landsberg. (FOTO: LÖFFLER)

 

 

LANDSBERG/MZ. Eine Viertelstunde war in der Partie der Fußball-Landesliga zwischen dem SSV Landsberg und dem FSV Hettstedt am Sonnabend noch zu spielen. Die Gastgeber führten 1:0. Das Duell gegen den Abstieg stand auf des Messers Schneide. Und plötzlich war er wieder da: der Killerinstinkt des Gerry Dietrich. In einer umkämpften Strafraumsituation schaltete der SSV-Stürmer am schnellsten und schob den Ball zum vorentscheidenden 2:0 ins Netz.
Danach stürmten alle Landsberger Spieler jubelnd zu ihrem verletzten Teamkollegen Christoph Winterfeld am Spielfeldrand und nahmen ihn in ihre Mitte. Vor gut 100 Zuschauern spielten sich dabei rührende Szenen ab. "Dieses Tor ist für dich", sagte Dietrich zu Winterfeld. Der Spielmacher der Landsberger war in der Vorwoche beim Auswärtsspiel in Zorbau mit Verdacht auf Brustwirbelbruch ins Weißenfelser Krankenhaus eingeliefert worden. "Zum Glück entpuppte sich die Verletzung nur als schwere Prellung. Deshalb durften ihn die Teamkollegen auch noch nicht zu kräftig drücken", sagte SSV-Trainer Maik Ritschel, dem beim Anblick dieser Szenen ein Schauer über den Rücken lief.

Dietrich gibt die Antwort

Ausgerechnet Gerry Dietrich. Der 23-Jährige hat schwere Wochen hinter sich. Erst geriet er Ende Februar wegen ein paar Kilo Übergewicht in die Schlagzeilen. Dann warf ihm der Dessauer Mannschaftsleiter vor, beim Spiel des SV 05 in Thalheim als Zuschauer mit einem Laserpointer geblendet zu haben. Und zu allem Überfluss flog er in der gleichen Woche beim Einsatz in der zweiten Mannschaft vom Platz. "Der war richtig satt", sagte Ritschel.

Doch manchmal wendet sich alles Unheil in nur wenigen Tagen zum Guten. Die Laserpointer-Geschichte hat das Sportgericht gar nicht weiterverfolgt. Am Sonnabend kehrte Dietrich nach abgelaufener Sperre wieder ins Landesliga-Team zurück und gab die Antwort auf seine Weise. Mit sechs Saisontreffern ist er mittlerweile der beste Landsberger Schütze und laut Trainer auch auf dem Weg zu alter Form und Klasse. "Er hat sich in den letzten Wochen wieder richtig reingehangen. Natürlich ist noch Luft nach oben. Aber ich bin sicher, das war nicht sein letztes Tor in dieser Serie", sagte Ritschel.

Am Freitag wartet Thalheim

Mit dem Erfolg gegen Hettstedt, bei dem Eric Haake in der 36. Minute die Führung erzielt hatte und vier Minuten vor dem Abpfiff mit Gelb-Rot vom Platz flog, konnten sich die Landsberger erst einmal bis auf drei Punkte von der Abstiegszone absetzen. Am Freitag geht es zu Rot-Weiß Thalheim.

Apropos Thalheim! Ritschel lacht. "Ich weiß, aber die Laserpointer-Sache ging ja nicht von den Thalheimern aus. Mit denen haben wir seit Jahren ein gutes Verhältnis. Wir freuen uns alle auf das Spiel unter Flutlicht. Auch Gerry."


Quelle:MZ-web.de