Die Abseitsregel in Nauendorf
Michael Schwenke, 02.07.2012
Die Grundregel des Abseits (Schweiz: Offside) entstand bereits zu den Anfängen des reglementierten Fußballs im 19. Jahrhundert in England. Damals waren noch nicht einmal die Größe der Tore oder der Spielfelder und die Anzahl der Spieler festgelegt. Die Begründung war, es sei unfair, hinter dem Rücken des Gegners ein Tor zu erzielen. Die Regel sollte auch verhindern, dass sich ein angreifender Feldspieler in der Nähe des gegnerischen Tors platziert, auf den Ball wartet und ihn dann mühelos einschiebt. Mit der ersten offiziellen Regel von 1863 waren nur Rückpässe nach hinten erlaubt. „Weil so aber kein (flüssiges) Spiel in Gang kam, wurde die Abseitsregel bereits nach drei Jahren geändert“[1], damit Zuspiele nach vorne möglich wurden: Von 1866 bis 1925 war kein Abseits, wenn mindestens drei verteidigende Spieler zwischen der Torlinie und dem Angreifer positioniert waren.
Seit 1907 ist Abseits in der eigenen Spielfeldhälfte nicht mehr möglich. Bei Abstoß und Eckstoß gab es kein Abseits, bei einem Einwurf dagegen schon. 1920 wurde auch für den Einwurf die Abseitsregel aufgehoben. Die heute gültigen Abseitsregeln wurden 1925 festgelegt. Seit 1990 ist gleiche Höhe kein Abseits mehr.
Eine Abseitssituation liegt vor, wenn sich ein angreifender Spieler bei einem Pass eines Mitspielers im Moment der Ballabgabe
- in der gegnerischen Hälfte befindet,
- der gegnerischen Torlinie näher ist als der Ball und
- der gegnerischen Torlinie mit einem für eine Torerzielung geeigneten Körperteil (nicht Arm oder Hand) näher ist als der vorletzte verteidigende Spieler
sowie im weiteren Spielverlauf aktiv in das Spielgeschehen eingreift.
So haben wir es gelernt und praktizieren es auch. Jedoch wissen die aktiven Sportler die ganze Wahrheit: Abseits ist, wenn der Schiedsrichter pfeift. Und so geschah es an die gefühlte 100 Mal in Nauendorf bei erschwitzten schwülen 34° C. Das Spiel hätte auch gut und gerne 27:11 für eines der beiden Teams ausgehen können. Summasummarum hat die Mannschaft mit der meisten Spielerfahrung gewonnen, da sie in den entscheidenden Spielmomenten die bessere Entscheidung getroffen hat. Der Gastgeber bemühte sich, einen technisch feinen Ball zu spielen und gelangte so auch zu einigen guten Kombinationen. Dies trug wesentlich zu einem attraktiven Spielgeschehen bei, zudem sich auch alle Beteiligten wohltuend fair verhielten. In diesem flotten Spielchen trafen Sven Klugmann (14.), Stefan Schulte (26.) und Matthias Grauert (32.). Nach dem Pausentee setzten den Torreigen fort Stefan Schulze (49.), Andreas Hildebrand (52.), die Gastgeber zum 1:5 (60.), Martin Stolle (63.), Andreas Hildebrand (66.), sowie die Gastgeber zum 2:7 Endstand in der 68. Minute.
Es siegten: J. Götter - M. Siermann (M. Schwenke 36.), R. Prielipp, M. Schulze - M. Kößling, S. Klugmann - M. Gawron, S. Schulze, M. Stolle - M. Grauert (J. Adam 36.), A. Hildebrand
