SSV 90 Landsberg - Abteilung Fußball

MZ Halle/SK-04.09.2012: Landsberg vertagt den Systemwechsel

Clemens Darmochwal, 04.09.2012

MZ Halle/SK-04.09.2012: Landsberg vertagt den Systemwechsel

Voller Einsatz: Der Landsberger Spieler Johannes Mai (l.) beschäftigt auf der rechten Seite die Friedersdorfer Abwehr. FOTO: ECKEHARD SCHULZ

 

 

LANDSBERG/MZ. Es war ein Knall mit Symbolcharakter. 58. Minute im Landesliga-Spiel des SSV Landsberg gegen den SV Friedersdorf. Ein eigentlich unverdächtiges Kopfballduell im Mittelfeld. Verteidiger Kevin Halfpap steigt hoch, ebenso sein Teamkollege Lutz Wolff. Es kracht. Die beiden stoßen aneinander, halten sich anschließend vor Schmerzen den Kopf, können aber letztlich weiterspielen.

Landsberg hat am Sonnabend mit einem 3:3 im ersten Heimspiel der Saison den ersten Punkt eingefahren. Jene Situation aus der zweiten Halbzeit aber zeigte: Es ist noch viel Sand im Getriebe. "Die Mannschaft ist noch nicht richtig eingespielt", meinte auch der defensive Mittelfeldspieler Wolff.

Wieder mit drei Verteidigern

Trainer Mario Kößling war durchaus zufrieden mit dem Punktgewinn, wusste er doch, dass er seinen eigenen Teil zur noch fehlenden Abstimmung im Team geleistet hat. Als er im Sommer beim SSV Landsberg den Trainerposten übernahm, hatte er nämlich ein kühnes Vorhaben: Er wollte das bisherige Spielsystem mit drei Verteidigern und zwei Sechsern ad acta legen und in der Abwehr eine Viererkette installieren. Einen Montag hatte er Zeit für die Umstellung. Und vor zehn Tagen beim Liga-Auftakt folgte die Bruchlandung: Gegen Herrengosserstedt ging der SSV mit dem neuen System 1:5 unter.

Kößling war also gezwungen zu reagieren. Gegen Friedersdorf machte er die Rolle rückwärts und kehrte zum altbewährten System zurück. "Es geht jetzt erst einmal darum, Punkte zu sammeln gegen den Abstieg, und dann werden wir sehen, ob wir das neue System noch einmal probieren", sagte Kößling.

Die Viererkette ist also vorerst Geschichte in Landsberg, auch im Training wird sie nicht mehr geübt. Eigentlich sollte das neue Spielsystem über agile Flügelspieler auf den Außenbahnen Überzahlsituationen schaffen und dadurch zwingende Aktionen in der Offensive einleiten. Eigentlich. Doch das Kurzpassspiel funktionierte gegen Herrengosserstedt nicht. Und sobald der Ball verloren ging, brannte es lichterloh in der Landsberger Abwehr. "Es fehlt uns der erfahrene Mann, der die Reihe anführen kann", gibt Kößling rückblickend zu.

Ganz reibungslos verlief die Rückkehr zum Altbewährten am Samstag aber auch nicht. Kößling stellte wieder drei Verteidiger mit zwei defensiven Mittelfeldspielern davor auf. Trotzdem offenbarte die SSV-Defensive große Abstimmungsprobleme. So entwickelte sich ein stetiges und emotionales Hin und Her.

Friedersdorf ging in der 32. Minute in Führung, in der 55. Minute gelang Ronny Stephan der Ausgleich. In der 75. Minute gelang den Gastgebern sogar die Führung, als nach einer Ecke Kapitän Wolff erfolgreich vollendete. Doch sein Team schaffte es nicht, die Führung in den letzten 15 Minuten zu verwalten.

Elfmeter in der Nachspielzeit

Die blau-gelbe Abwehr strahlte keine Sicherheit aus. Sobald Friedersdorf in den Landsberger Strafraum eindringen konnte - was nicht oft passierte - taten sich große Lücken beim Gastgeber auf. So stellten die Gäste mit hoher Effektivität den Spielstand wieder auf den Kopf und gingen durch Tore in der 79. und 87. Minute erneut in Führung - 3:2. Nur dank eines Foulelfmeters in der Nachspielzeit gelang dem SSV noch der Ausgleich. Sehr zum Ärger der Friedersdorfer, die bemängelten, der Schiedsrichter habe länger als nötig nachspielen lassen.

Ein Punkt für den SSV also. Immerhin. Doch trotz des Wechsels zum alten System zeigte das Spiel allzu deutlich, dass Mario Kößlings Wunsch nach einer Viererkette, die den Ball hält und das Spiel ruhig aufbaut, sinnvoll ist.

 

 

 


Quelle:MZ-web.de